Artikel für das Engelmagazin: Das neue Zeitalter kündigt sich an

Von Manfred Mohr

Manche Entwicklungen in unserem Leben verlaufen so schleichend, so versteckt, dass wir sie mit unserem Bewusstsein kaum erfassen können. Sie geschehen sozusagen „unter unserem Radar“, wie man so treffend sagt. Ein Beispiel dafür sind die Jahreszeiten und ihre Abfolge im jährlichen Geschehen. Manchmal denken wir, eben war doch noch Sommer und schon überrascht uns bereits die raue kalte Brise eines ersten Herbststurms beim morgendlichen Spaziergang. Der Herbst hat sich mal wieder auf leisen Sohlen angepirscht, ohne dass wir es wirklich bemerkt haben.

Dann werden wir in den Tagen darauf wieder von warmen spätsommerlichen Sonnenstrahlen geküsst, die uns diese ersten stürmischen Vorboten des Herbstes vergessen lassen. Der stetige Wechsel von Wind und Wärme geht dann noch eine ganze Weile in dieser Art weiter, ohne dass wir wirklich sagen könnten, ob es noch Sommer ist oder doch bereits schon Herbst. Dieses Spielchen wiederholt sich dann bei jedem neuen Übergang der gerade vorherrschenden Jahreszeit in die darauffolgende.

Übergänge, das ist hier sicher das treffendste Wort, die wir aus der Natur kennen, verlaufen zeitlich betrachtet immer über einen längeren Zeitraum hinweg. Und selbstverständlich betrifft dies auch und ganz besonders den Übergang in die neue Zeit, auf deren Schwelle wir nun gerade stehen. Natürlich tut es das, wie sollte es auch anders sein. Ähnlich wie beim beschriebenen Wechsel von Sommer zu Herbst vermögen auch wir im Augenblick kaum zu sagen, ob wir noch in der alten oder doch bereits schon in der neuen Zeit leben. Jedoch, der Umbruch ist spürbar.

Es ruckelt immer ein wenig, wenn das Leben in den nächsten Gang schaltet.

Wir spüren den Übergang. Wir fühlen, dass sich etwas verändert. Und was wir vielleicht vor wenigen Jahren kaum wahrgenommen haben, da es ebenfalls noch unter unserem Radar ablief, wir bemerken nun, dass wir etwas fühlen. Es wird uns nun viel häufiger bewusst. Unsere Fähigkeit zu fühlen, die früher irgendwie instinktiv noch knapp unterhalb der Schwelle unseres Bewusstseins geschehen ist, wird uns immer mehr präsent. Sie bekommt einen neuen Stellenwert in unserem Leben. Und dies ist schlicht und einfach der Tatsache geschuldet, dass wir uns, ohne es wirklich zu bemerken, hinein in das neue Zeitalter bewegt haben – in das Zeitalter der Gefühle.

Um Missverständnissen vorzubeugen, natürlich haben viele von uns schon immer ein gutes Einfühlungsvermögen gehabt, als Einzelperson. Nun wachsen wir jedoch auch als Gesamtmenschheit immer mehr in unsere angeborene Fähigkeit hinein, das Leben und die Welt um uns herum immer besser spüren zu können. Um es konkret zu machen, sei hier das Beispiel der „gefühlten Temperatur“ im Wetterbericht genannt. Vor etwa 25 Jahren, um den Jahrtausendwechsel 1999 hin zum Jahr 2000 herum, haben die Meteorologen damit begonnen, das Thermometer nicht nur rein mechanisch einfach abzulesen, sondern die Komponente der subjektiven Empfindung eines jeden Menschen mit in ihre Berichterstattung hinzuzunehmen. Je nach Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Sonnenscheindauer erleben wir nämlich die gemessene Temperatur als einige Grad kälter oder wärmer. Für mich ist dies ein starker Hinweis darauf, dass im Bewusstsein von uns Menschen etwas ganz Gravierendes geschehen ist.

Seit etwa 25 Jahren wird uns unsere Fähigkeit, etwas zu fühlen, immer bewusster.

Wir entdecken die Kunst zu fühlen wieder neu. Warum ist dies so wesentlich, ja so wichtig? Weil das Fühlen unsere gottgegebene Fähigkeit ist, unsere Umwelt und die Menschen darin wahrzunehmen. Weil das Fühlen der Schlüssel zum persönlichen Glücksempfinden von uns allen ist. Ich fühle die warmen Strahlen der Sonne und fühle mich glücklich. Ich fühle den Wind in meinen Haaren und fühle mich verbunden mit der Natur. Ich fühle die weiche kleine Hand eines Kindes, die mich berührt, und bin beseelt, mit dieser reinen kleinen Seele verbunden zu sein. Über das Fühlen kann ich mich verbinden mit meinem ganzen Sein, mit dem, was ich wirklich bin.

In Abwandlung des berühmten Satzes von Descartes „ich denke, also bin ich“, möchte ich darum schlussfolgern:

Ich fühle, also bin ich.

Der Übergang in die neue Zeit ist darum vor allem damit verbunden, dass wir wieder mehr mit unserem Gefühl verbunden sind, und unserem Gefühl wieder mehr vertrauen. Dieser Vorgang geschieht dabei schleichend, über viele Jahre hinweg und damit so langsam, dass wir ihn kaum bemerken. Umgekehrt lässt sich aus unserer wachsenden Empathie und Empfindungsfähigkeit rückschließen, dass wir alle bereits mehr in der neuen Zeit angekommen sind, als viele von uns vielleicht mutmaßen würden.

Wie bei jedem großen Evolutionssprung der Menschheit gehen nun ganz natürlich einige Vorreiter der großen Masse voraus. Sie leben daher sinnbildlich bereits in der neuen Zeit, selbst wenn die Mehrzahl der Menschen von diesem neuen Bewusstsein noch weit entfernt zu sein scheint. Zum Glück gibt es zu diesem Thema das hoffnungsvolle „Prinzip des hundertsten Affen“. Es sei hier kurz erläutert:

Mitte des letzten Jahrhunderts wurden auf einer japanischen Insel Affen beobachtet, die Süßkartoffeln zum Verzehr erhielten, die am Strand einfach in den Sand geworfen wurden. Da Sand eher weniger gut schmeckt, begann eine Affendame damit, die Kartoffeln vor dem Verzehr im Meerwasser abzuwaschen. Innerhalb kurzer Zeit machten immer mehr Affen dasselbe, selbst auf naheliegenden anderen Inseln, die ohne direkten Kontakt zu den Affen der Ursprungsinsel standen. Schließlich übernahmen so gut wie alle Affen dieses Verhalten, die auf dieser Inselgruppe lebten. Man erklärte diese Beobachtung mit der Annahme, dass wenn nur genügend viele Einzelindividuen einer Gruppe ein bestimmtes Verhalten zeigen, irgendwann alle anderen Mitglieder einer Gruppe dieses Verhalten übernehmen. Die Zahl 100 ist dabei nur willkürlich und eher symbolisch gesetzt worden, um diesem Prinzip einen Namen zu geben. Der britische Wissenschaftler Rupert Sheldrake hat dieses Pjämomen dann einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Erreicht eine genügend große Anzahl einer Gruppe ein bestimmtes Bewusstsein, so erreichen bald darauf alle Mitglieder dieser Gruppe das gleiche Bewusstseinsniveau.

Der bekannte amerikanische Mystiker Gregg Braden geht in diesem Zusammenhang noch einen Schritt weiter und nimmt an, diese genügend große Anzahl für die Gesamtbevölkerung der Erde annähernd errechnen zu können. Dazu zieht er die mathematische Wurzel aus der Gesamtzahl der aktuellen 8 Milliarden Erdbewohner und kommt zum Ergebnis von knapp 90000 Menschen. Das würde bedeuten, wenn etwa diese Anzahl Menschen bewusst geworden sind und in der neuen Zeit angekommen sind, dann stehen alle anderen Erdbewohnen ebenfalls kurz davor, das gleiche Bewusstsein ebenfalls erlangen zu können. Gar so groß ist diese Zahl übrigens nicht, aktuell gibt es etwa zwanzig Stadien weltweit, die dieses Fassungsvermögen besitzen.

Jeder von uns könnte einer dieser wegbereitenden Pioniere des Neuen sein. Bist du dabei?